Mohamed Bourouissa. Vier Jahreszeiten. 2025. Standbild aus dem Video.
 
 
 

Die Entdeckung

Das Musée du Louvre hat eine bedeutende Neuerwerbung getätigt: Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat das Museum ein Video-Kunstwerk in seine ständige Sammlung aufgenommen. Das Werk mit dem Titel „Les 4 temps“ (Die 4 Jahreszeiten) wurde vom algerischstämmigen Künstler Mohamed Bourouissa geschaffen. Es bietet ein meditativen visuelles Porträt des Tuileriengartens und erforscht die Zeitzyklen der vier Jahreszeiten.

Installiert in der Salle de la Chapelle, blickt das Werk auf den Garten und ist vom 22. Oktober 2025 bis zum 19. Januar 2026 zu sehen.

Der Louvre hatte Bourouissa zuvor eingeladen, über ein Jahr hinweg jede Woche ein neues Video über seinen Instagram-Kanal zu veröffentlichen – 52 Kurzfilme, die wechselndes Licht, menschliche Präsenz, Schatten, Wachstum und Verfall einfangen. Später wurden diese Arbeiten zu diesem einzigartigen immersiven Videowerk zusammengeführt, komplett mit Klanglandschaft und visuellen Rhythmen.

Kurator Donatien Grau sagte: „Wir wollten zum ersten Mal den Jardin des Tuileries im Video darstellen – ein lebendiger Begleiter zu den Gemälden im Museum, der die Zeit selbst beobachtet.“

Was ArtExpoWorld denkt

Dieser Schritt des Louvre ist mehr als symbolisch – er markiert einen Paradigmenwechsel: Das einst für klassische Malerei errichtete Museum öffnet sich nun bewegten Bildern.

Die Entscheidung legitimiert Video- und digitale Medien als Teil desselben Kanons, der auch die Mona Lisa beherbergt. Sie signalisiert, dass Museen sich weiterentwickeln müssen, um zeitgenössische visuelle Sprache widerzuspiegeln.

Für Betrachter und Schöpfer gleichermaßen ist dies eine Einladung: nicht im Wettbewerb mit der Malerei zu stehen, sondern in Dialog mit ihr zu treten – Video als Malerei in der Zeit zu sehen und Malerei als eingefrorenen Moment der Bewegung.

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