AfrikaBurn wurde 2007 gegründet und ist als offizielles regionales Burning Man-Event in Südafrika anerkannt.
Es entwickelte sich aus der globalen Burning Man-Bewegung, besitzt jedoch einen eigenen südafrikanischen Charakter, eine eigene Landschaft und Gemeinschaft.
Das wichtigste jährliche Event findet in der Tankwa Karoo statt, meist Ende April.
Im Laufe der Zeit ist AfrikaBurn zu einem der bedeutendsten partizipativen Kunstereignisse Afrikas gewachsen.
Seine Identität wird durch die Bedingungen der Wüste geprägt.
Teilnehmer müssen Wasser, Unterkunft, Nahrung, Brennstoff, Beleuchtung, Campingausrüstung und alles Notwendige für ein sicheres Überleben mitbringen.
Sie müssen außerdem ihren Müll entfernen und den Ort sauber hinterlassen.
Dies schafft eine andere Beziehung zwischen Kunst und Verantwortung.
Eine Person kann nicht als passiver Konsument ankommen und erwarten, dass Dienstleistungen automatisch bereitgestellt werden.
Die Kultur des Events beruht auf Beitrag.
In diesem Sinne gehört AfrikaBurn zu einer breiteren Geschichte temporärer Gemeinschaften, experimenteller Festivals, Land Art, Performance, ritueller Versammlungen und alternativer kultureller Produktion.
Tankwa Town
Tankwa Town ist die temporäre Stadt, die während AfrikaBurn entsteht.
Sie existiert eine Woche lang und verschwindet dann wieder.
Die Stadt wird nicht von einer zentralen Unterhaltungsfirma gebaut. Sie wird von Teilnehmern, Künstlern, Freiwilligen, Camps, Crews und Gemeinschaftsmitgliedern geschaffen.
Ihre Straßen, Camps, Kunstorte und Versammlungsbereiche bilden eine temporäre soziale Karte.
Tagsüber kann sich Tankwa Town offen, staubig und körperlich anspruchsvoll anfühlen.
Nachts wird sie zu einer Landschaft aus Licht, Feuer, Klang, Bewegung und beleuchteten Kunstwerken.
Die temporäre Stadtstruktur ist wesentlich für die Bedeutung des Events.
Teilnehmer besuchen keinen bereits fertigen Ort. Sie helfen, den Ort selbst zu erschaffen.
Das macht das Event unvorhersehbar.
Keine zwei Ausgaben sind identisch, denn die Stadt hängt von den Beiträgen, Ideen und der Energie der Anwesenden ab.
Themencamps und Schenken
Themencamps sind eine der Hauptmöglichkeiten, wie Teilnehmer zu AfrikaBurn beitragen.
Ein Camp kann Schatten, Tee, Musik, Theater, Reparaturhilfe, Geschichtenerzählen, Workshops, Spiele, Essen, Kunsterlebnisse oder seltsame temporäre Rituale anbieten.
Das Schlüsselprinzip ist das Schenken.
Teilnehmer geben, ohne eine sofortige Gegenleistung zu erwarten.
Das bedeutet nicht, dass alles gedankenlos kostenlos ist. Es bedeutet, dass das Event versucht, eine soziale Ökonomie zu schaffen, die auf Großzügigkeit statt auf gewöhnlichem kommerziellem Austausch basiert.
Für Besucher, die an normale Festivals gewöhnt sind, kann das überraschend sein.
Es gibt keine standardmäßigen Verkaufsstände, an denen jede Erfahrung gekauft wird.
Stattdessen wird von den Teilnehmern erwartet, dass sie mitbringen, was sie brauchen, und etwas zu anderen beitragen.
Ein gut gestaltetes Themencamp kann selbst zu einem Kunstwerk werden.
Dessen Architektur, Kostüme, Interaktionen, Klang und Atmosphäre prägen das Erlebnis von Tankwa Town.
Performance, Kostüme und Mutantenfahrzeuge
Performance bei AfrikaBurn kann formell oder spontan sein.
Einige Teilnehmer schaffen geplante Shows, Umzüge, Zirkusakte, Rituale, Theaterstücke oder Tanzerlebnisse.
Andere performen durch Kostüme, Camp-Interaktionen oder unerwartete Begegnungen.
Kostüme sind nicht nur Dekoration. Sie können Identität, Spiel, Verkleidung, Protest, Fantasie, Humor oder Transformation sein.
Die temporäre Stadt erlaubt es den Menschen, visuell und sozial experimenteller zu sein.
Mutantenfahrzeuge fügen der Umgebung eine weitere Ebene hinzu.
Dies sind mobile Kunstwerke, oft so verändert, dass sie von gewöhnlichen Fahrzeugen nicht mehr zu erkennen sind.
Sie können Soundsysteme, Lichter, skulpturale Formen oder kleine Gruppen von Teilnehmern transportieren.
Ihr Zweck ist nicht nur der Transport. Sie verändern das visuelle und soziale Leben der Wüstenstadt.
Für Leser von ArtExpoWorld sind Mutantenfahrzeuge wichtig, weil sie die Grenze zwischen Skulptur, Performance, Design und öffentlicher Bewegung verwischen.