Die 1-54 Contemporary African Art Fair wurde 2013 von Touria El Glaoui gegründet.
Der Name bezieht sich auf die 54 Länder des afrikanischen Kontinents.
Die erste Ausgabe fand in London statt und schuf eine internationale Plattform für zeitgenössische afrikanische Kunst zu einer Zeit, als der Markt und die institutionelle Anerkennung von Künstlern aus Afrika und der Diaspora schnell wuchsen.
Später entwickelte die Messe Ausgaben in New York und Marrakesch und schuf so eine dreieckige Struktur zwischen Europa, Nordamerika und Afrika.
1-54 Marrakesch wurde 2018 ins Leben gerufen und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Treffpunkt für Künstler, Galerien und Sammler, die sich für nordafrikanische und weiter gefasste afrikanische zeitgenössische Kunst interessieren.
Marrakesch bietet einen bedeutungsvollen Rahmen für dieses Projekt.
Die Stadt ist seit langem ein Begegnungspunkt zwischen Subsahara-Afrika, Nordafrika, Europa und dem Nahen Osten.
Ihre kulturelle Identität wird geprägt von Handwerk, Architektur, mündlichen Traditionen, Gärten, Handel, Musik, Tourismus, Design und zeitgenössischer bildender Kunst.
In den letzten Jahren hat Marrakesch seine Position als Kunstziel durch Museen, Stiftungen, Galerien, Residenzen und kulturelle Festivals weiter gefestigt.
1-54 Marrakesch trägt zu diesem Ökosystem bei, indem es internationale Aufmerksamkeit auf die Stadt lenkt und gleichzeitig marokkanische Galerien und Künstler mit einem breiteren Kunstpublikum verbindet.
Warum Marrakesch wichtig ist
Marrakesch ist nicht nur eine malerische Kulisse für die Messe.
Die Stadt verändert die Art und Weise, wie das Ereignis erlebt wird.
Besucher bewegen sich zwischen La Mamounia, der Medina, Guéliz, Museumsräumen, privaten Stiftungen, Gärten, Restaurants und historischer Architektur.
Das schafft eine Messewoche, die sich von einer konventionellen Veranstaltung in einem Ausstellungszentrum unterscheidet.
Marokkanische zeitgenössische Kunst ist ebenfalls zentral für das Erlebnis.
Künstler und Galerien aus Marokko spielen oft eine wichtige Rolle bei der Marrakesch-Ausgabe und schaffen einen Dialog zwischen lokaler Produktion und weiter gefassten afrikanischen sowie diasporischen Praktiken.
Die Handwerkstraditionen der Stadt sind ebenfalls relevant.
Textilien, Metallarbeiten, Keramik, Holzarbeiten, Architektur, Pigmente und dekorative Systeme gehören zum visuellen Umfeld Marrakeschs.
Zeitgenössische Künstler können auf diese Traditionen direkt, kritisch oder indirekt durch Material, Form und Erinnerung reagieren.
Für Besucher liegt die stärkste Erfahrung oft in der Kombination aus Messeständen, institutionellen Ausstellungen und der Stadt selbst.
Was Besucher erwarten können
Besucher der 1-54 Marrakesch 2027 können eine kompakte, aber hochwertige Präsentation zeitgenössischer Kunst erwarten.
Die Messe kann Galerien aus Marokko, Tunesien, Nigeria, Ghana, Côte d’Ivoire, Südafrika, Ägypten, Kenia und anderen Ländern umfassen sowie Galerien mit Sitz in Europa oder Nordamerika, die afrikanische und diasporische Künstler vertreten.
Malerei ist oft ein starker Teil der Messe, einschließlich figurativer Arbeiten, Abstraktion, Porträtkunst und Mixed-Media-Ansätzen.
Fotografie kann durch dokumentarische, inszenierte, archivierte oder konzeptuelle Praktiken vertreten sein.
Skulptur und Installation können Holz, Textilien, Metall, Keramik, Fundstücke und experimentelle Materialien umfassen.
Textilarbeiten sind besonders wichtig in vielen afrikanischen und diasporischen künstlerischen Praktiken, in denen Stoff Geschichten von Handel, Migration, Geschlecht, Arbeit, Zeremonien und persönlicher Identität tragen kann.
Die Messe kann auch Video, Performance und Sonderprojekte umfassen, die sich nicht auf konventionelle Messestände reduzieren lassen.
Die endgültige künstlerische Ausrichtung hängt von der Galerieliste und dem öffentlichen Programm 2027 ab.
Galerien, Künstler und die Diaspora
Die Stärke von 1-54 liegt darin, dass afrikanische Kunst nicht als eine einheitliche Kategorie behandelt wird.
Die Messe bringt Künstler zusammen, die aus unterschiedlichen Positionen arbeiten: solche, die auf dem Kontinent ansässig sind, solche, die in Diasporagemeinschaften leben, und solche, deren Biografien mehrere Länder und kulturelle Geschichten verbinden.
Das ist wichtig, weil zeitgenössische afrikanische Kunst nicht nur durch Geografie definiert wird.
Sie kann Migration, Erinnerung, koloniale Geschichte, Sprache, Familienarchive, urbanes Leben, Ökologie, Spiritualität, politischen Kampf, Abstraktion, digitale Kultur und materielle Experimente umfassen.
Ein marokkanischer Künstler, der in Marrakesch arbeitet, ein nigerianischer Künstler mit Sitz in London, ein südafrikanischer Künstler, der von einer europäischen Galerie vertreten wird, und ein karibischer Künstler, der afrikanische diasporische Erinnerung erforscht, können alle auf derselben Messe vertreten sein.
Die Aufgabe des Besuchers ist es nicht, nach einem einzigen afrikanischen Stil zu suchen.
Der wahre Wert liegt darin, Unterschied, Widerspruch und Komplexität zu sehen.
Öffentliches Programm
Das öffentliche Programm ist einer der wichtigsten Teile von 1-54 Marrakesch.
Über die Galeriestände hinaus umfasst die Messe oft Vorträge, Performances, Filmvorführungen, Gespräche, institutionelle Ausstellungen und Sonderveranstaltungen in der ganzen Stadt.
Diese Programme helfen Besuchern, den Kontext der Kunstwerke besser zu verstehen.
Sammler können mehr über künstlerische Praxis, Marktentwicklung und institutionelles Sammeln erfahren.
Studenten und jüngere Besucher können Künstler, Kuratoren und Denker direkt treffen.
Kulturelle Reisende können das Programm als Route durch die zeitgenössische Kunstszene Marrakeschs nutzen.
Das endgültige öffentliche Programm 2027 wurde noch nicht bekannt gegeben.
Besucher sollten den Zeitplan näher im März prüfen und ihre Reise sowohl um die Messe als auch um stadtweite Ausstellungen herum planen.
Für einige Veranstaltungen ist möglicherweise eine Anmeldung oder Einladung erforderlich, während andere öffentlich zugänglich sind.